The End of Evolutionary Anthropology?

The situation in brief:

The administration of Faculty of Life Science at University of Vienna decided to eliminate Evolutionary Anthropology as independent unit and merge it with invertebrate zoology and theoretical biology.

Our research spectrum is broad and interdisciplinary but the central questions in Evolutionary Anthropology can be summarized as follows: How did evolution shape humans the way we are? And how will humans develop in the future?

Merging disparate fields will necessarily dilute these shared questions and excellence, and we think that the expectable synergies are minimal, if not absent. Evolutionary Anthropology in Vienna is recognized as a world-class department and well recognized in the public. Founded 100 years ago, it is the only such unit in Austria, and one of a handful of successful anthropologies in Europe.

Sinking it into a large heterogenous department will inevitably lead to a loss of visibility, identification and recognition. When the yellow of the egg is mixed with the egg white, they are difficult to separate again. We need to make independent decisions on future directions and how to spend our resources for the benefit of our field.

We are not opposing in general to the re-structuring at University of Vienna but we warn with due respect of structural secondary damages caused by administrative eagerness. A "One size fits all" strategy cannot be applied to our field successfully. We ask the administration of University of Vienna, the largest German-speaking university, to keep Evolutionary Anthropology rather as a hub for upcoming interdisciplinary research and platforms than to force the shutdown of our independent discipline.


Die Situation in Kürze

Die Administration der Fakultät für Lebenswissenschaften der Uni Wien hat beschlossen, die Evolutionäre Anthropologie als eigenständige Einheit zu eliminieren und sie mit der Invertebraten-Zoologie und Theoretischen Biologie zusammenzulegen.

Unser Forschungsspektrum ist breit und interdisziplinär, aber die zentralen Fragen in der Evolutionären Anthropologie können zusammengefasst werden mit: Wie hat die Evolution uns Menschen zu dem geformt, was wir sind? Und wie wird sich die Menschheit in Zukunft entwickeln?

Die Zusammenlegung von ungleichen Fachgebieten wird gezwungenermaßen die uns gemeinsamen Fragen und unsere Exzellenz verwässern, wohingegen aus unserer Sicht die erwartbaren Synergien minimal sind, wenn sie nicht völlig ausbleiben. Die Evolutionäre Anthropologie in Wien ist bekannt als Weltklasse-Department und wird in der Öffentlichkeit stark wahrgenommen. Gegründet vor 100 Jahren, ist sie die einzige Einheit dieser Art in Österreich, und eine aus einer Handvoll erfolgreicher Anthropologien in Europa.

Sie zu versenken in einem großen, heterogenen Department wird unausweichlich zu einem Verlust ihrer Sichtbarkeit, Identifikation und Anerkennung führen. Wenn das Eigelb einmal mit dem Eiklar vermischt ist, sind sie schwer zu trennen. Für eine nachhaltige Fortführung der Evolutionären Anthropologie brauchen wir wie bisher unabhängige Entscheidungen über unsere zukünftigen Entwicklungen und über unsere Ressourcen.

Wir stellen uns nicht generell gegen die Restrukturierungen an der Uni Wien, aber wir warnen mit dem nötigen Respekt vor strukturellen Folgeschäden durch administrativen Eifer. Das Motto "one size fits all" kann vernünftigerweise nicht über unsere Wissenschaft gestülpt werden. Wir rufen daher die Administration der Universität Wien auf, die Evolutionäre Anthropologie besser als Dreh- und Angelpunkt für aufkommende  interdisziplinäre Forschungsthemen und Plattformen an der größten deutschsprachigen Universität zu betrachten als ihre Schließung als eigenständige Disziplin zu erzwingen.Wir möchten betonen, dass unsere Bestrebungen, die Elimination der Evolutionären Anthropologie als eigenständige Einheit zu verhindern, keine Abwendung von unseren Kolleg*Innen darstellt. An punktuellen Kooperationen mit allen anderen Departments (z.B. Doc-School, Forschungsschwerpunkte, Forschungsplattformen, µCT Scanning, etc.) sind wir natürlich weiterhin interessiert.